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mach was dich angeht
mach was mich angeht
stell mich bloß
vor
erste reihe
ohne sicherheit
alles scheint verbaut
bis sich jemand traut
ich zu sagen
ich bin du
im sinne des erfinders
keiner kommt zur ruhe
und lößt den gutschein ein
es kommt wie es kommen muss
vorher weiss man es trotzdem nicht
die vergessene option
kommt mit menschen
will den fleiss
kann nicht treiben
liebt den zufall
will kein geld.
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Positiv. Dieser Song ist der schönste Vorbote und bereits ein Teil der LP “Heavy”. Er erzählt von einer dunklen Zeit, die überwunden ist und jetzt genossen werden kann. Der arme Schäferhund auf der Landstraße hat einen neuen Morgen gefunden (Video).
Ein Lied, mit der Wirkung einer Umarmung. Mit der Zeile „[ich] stell mich in den Strom der Zeit“ beschreibt Distelmeyer im Gespräch mit dem Magazin SPEX seine neue Ausrichtung. “Ich verorte mich wieder als Mensch in Raum und Gegenwart.”
In der Luft da lag ein Bersten
Hoffnungen ins Nichts gespannt
dunkle Schatten auf den Herzen
und die Nacht war lang
Ich weiß jetzt warum ich hier bin
stell mich in den Strom der Zeit
auf meinem Weg durch all den Irrsinn
zwischen Lust und Leid
Ich war zu lang allein
und hab darüber nachgedacht
woher die Trauer kam
und was uns wieder glücklich macht
So ging ich über Berg und Tal
komm und träum den Traum nochmal
komm(en) um dir zu sagen
lass uns Liebe sein
Wirft die Frage auf ob hier eine Wiedervereinigung beschrieben wird, oder ein neues Glück. Dem Glück selber wird’s egal sein.
All das stille Sehnen tief in uns
einsam sein ist keine Kunst
ich weiß für mich muß es Liebe sein
Der Abschluss hat stattgefunden.
Alles ist in sich vollendet
alle Tränen sind geweint
ich seh zu wie das Blatt sich wendet
und hab dich gemeint
Auf dem Sprung im großen Ganzen
Freude ist für jeden schön
ich will wieder mit dir tanzen
und dich lachen sehen
ich hör den Himmel singen
und hab genug vom Traurigsein
und wenn Musik erklingt dann weiß ich
ich bin nicht allein
So ging ich über Berg und Tal
komm und träum den Traum nochmal
komm(en) um dir zu sagen
lass uns Liebe sein
All das stille Sehnen tief in uns
einsam sein ist keine Kunst
ich weiß für mich muß es Liebe sein
und manchmal wird das Herz so schwer
zwischen weiten Nächten
und die Tage wüst und leer
ziehen an dir vorüber
und du siehst das Ende nah
Fehler die sich rechnen
und deine Lebenslügen waren
dann musst du wissen was du willst
für dein Leben
deine Liebe
für dich selbst
So ging ich über Berg und Tal
komm und träum den Traum nochmal
komm(en) um dir zu sagen
lass uns Liebe sein
All das stille Sehnen tief in uns
einsam sein ist keine Kunst
ich weiß für mich muß es Liebe sein
Im Blog von SPEX-Mann Max Dax kommt Jochen Distelmeyer zum Schluß-Wort: „Ich will nicht so sein wie Ingmar Bergman, der bis zu seinem Tod mit seinen Dämonen lebte. Bei aller Hochachtung und Bewunderung für sein künstlerisches Schaffen, finde ich das Festhalten an den Dämonen bis ins hohe Alter hinein armselig und feige.“
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Ein „Luise reimt sich auf Wiese“-Song der so lang ist, dass ich es schaffe in dieser Zeit sechs Smarties einzeln zu essen. So wie früher auf der Rücksitzbank auf dem Weg in den Urlaub nach Föhr.
Ich fahr mit der Familie
auf der Autobahn
mein Junge fragt mich, Papi
wann kommen wir endlich an?
Ich weiß Warten ist echt fiese
doch zum Glück
sind da Pferde auf der Wiese
Mehr und besser kann man Pferde beobachten, wenn man mit der Bahn fährt. Die Streckenführung ist schmaler und leiser und damit näher an der Natur platziert.
Zusammen mit anderen Kindern
auf der Eisenbahn
früher oder später
fangen sie zu fragen an
Doch auf einmal ruft Luise
guck mal da
da sind Pferde auf der Wiese
So fahren wir durch die Gegend
schauen uns alles an
Kühe, Berge, Wälder,
Schafe und den Weihnachtsmann
Wenn ich im Dezember zur Oma unterwegs war, habe ich alle beleuchteten Tannenbäume an der Autobahn gezählt. Meine Mutter hat das auch getan, leise für sich, und am Ende der Tour konnten wir die Zahlen miteinander vergleichen. Ich hatte immer weniger, bin ja auch meistens eingeschlafen.
Nichts ist so wie diese
glaube mir
Pferde auf der Wiese
Wir singen
Pferde auf der Wiese
Pferde auf der Wiese
Pferde auf der Wiese
Pferde auf der Wiese
Nichts ist so wie diese
glaube mir
Pferde auf der Wiese
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In dieser Woche erscheint das neue / erste Album von Jochen Distelmeyer als Solokünstler. Ich bin gespannt. Um mir die Wartezeit zu würzen, möchte ich bei den bislang veröffentlichten 4 Songs (auf der Single zu „Lass uns Liebe sein“ erschienen) von Distelmeyer besser hinhören. Jeden Tag ein Blog-Eintrag, bis es Freitag ist und neue Songs dazu kommen.
Warum drüber schreiben? Ein Versuch, die Songs „abschliessen“ zu können nach einiger Zeit, sie leer zu hören. Bisher war mein Hören von Blumfeld-Songs immer dem gleichen Schema gefolgt. Ich höre die Songs, bleibe an Zeilen hängen, denke sie weiter, verpasse textlich den Anschluß, das aber sehr gerne und steige dann irgendwann wieder ein. Wenn ich den gleichen Song dann erneut höre, ist es oft so, als hätte ich ihn nie gehört, selbst die Textstellen, bei denen ich mich aus / eingeklinckt habe sind mir entfallen. Oft weiß ich nicht an welcher Stelle ich mich verlaufen habe, weil dieser Punkt nicht mehr wichtig ist, schließlich ist es Musik und kein Irrgarten – ich bin nicht darauf angewiesen, mir den Ausgangspunkt zu merken. Beim erneuten Hören bleibe ich an einer anderen Stelle hängen, und der Loop beginnt. So bleibt der Song immer neu. Auf diese Wiese entdecke ich seit 1999 immer wieder „Old Nobody“ neu. Wichtig: Bei den Songs, deren Musik seichter ist, finde ich den Zugang zu den Worten schneller, ich gleite mit Harmonie hinein, die lauten Songs brauchen Kraft und Geduld. Oft kommt die Akzeptanz des Sounds über den Text. So auch bei „Ich will mehr“. Eine schnelle Nummer. Drei Minuten. Gitarre. Mitwippen beim Konzert. Und nachdem ich beim ersten Hören der ersten Töne vom Sound enttäuscht war, sprangen mich diese Zeilen an:
Ich hab ein hoch / Hoch
und keine Zeit wen zu hassen
und weiter unten küss ich dich auch
Ich bin begeistert. Hörporno für Germanisten. Der Refrain fröhnt die Leidenschaft.
Und es kommt über uns wie ein Orkan
und wirfst uns hin und her
meine Liebe ist ein Ozean
und (ich sag) du sagst: Oh Baby
Ich will noch mehr
Die schönsten Zeilen allerdings kommen ohne Wucht aus:
du kannst zaubern
immer wenn du mich anfasst.
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Zur Zeit ist die Spannung bei mir groß, wie wohl das neue Album von Jochen Distelmeyer klingen wird. Der Klang hat mich bei Blumfeld immer dazu getrieben, den Song zu mögen. Aggressive Gitarren kombiniert mit Jochen´s Gesang habe mich immer ein bisschen abgestoßen. Wenn Paul McCartney anfängt zu „rocken“ und wilde Sachen zu singen, geht mir das ähnlich. Fremdschämen, weil die Power ein Wunsch ist.
Seit letzten Freitag gibt es 4 Neue Songs von Distelmeyer als Maxi-CD. Zwei davon sind bereits als Video veröffentlicht. Die zwei B-Seiten haben mich zum Kauf der CD getrieben. Ich war enttäuscht. „Ich will mehr“ beschreibt den Sänger beim offenen Vollzug seiner Lust, „Pferde auf der Wiese“ führt im Geiste einen Apfelmann bei sich. Doch dann setzt etwas ein, was ich bei kaum einem anderen Künstler spüre – es ist der Gedanke: Da steckt noch was drin. So erging es mir auch mit dem Sound von „Wohin mit dem Hass“. Man hört zu und entdeckt die Genauigkeit, diese gewinnt dann die Oberhand gegen den Sound, dass bringt mir die Ruhe, den Sound zu akzeptieren. Die Genauigkeit löst sich nicht auf, da die Logik in den Songs musikalisch ist und mir offen erscheint. Germanisten werde sicher mehr Zitate oder Anspielungen in den Texten entdecken.
Und so kommt es, dass ich diese Lieder und die Musikvideos immer wieder höre – ohne jemals das Gefühl zu erhalten, es vollständig zu verstehen. Es ist eher ein Ansporn, seinem Drang Ausdruck zu verleihen und der Welt etwas zu erzählen. Unabhängig davon, ob sie es hören will. Macht man es mit Geduld und Genauigkeit und verfeinert seine Sicht auf die Welt, wird die Gunst bei den richtigen Menschen folgen. So ist diese Herangehensweise ein schöner Weg sich mit den Mensche zu umgeben, die im Geiste schon immer zu einem gehörten. Paarungsruf.
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Der Hamburger Musiker Niels Frevert hat ein neues Video herausgebracht! “Baukran” heißt der Song – und so sieht er aus: VIDEO
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Der wahre Zitat-Knaller des Tages kommt allerdings von Silvio Berlusconi. Auf einer Pressekonferenz mit Rodríguez Zapatero sagte er:
“Niemals in meinem Leben, nicht einmal, musste ich für eine sexuelle Begegnung bezahlen und ich sage ihnen warum: für jemanden, der gerne erobert, ist Eroberung die größte Freude also frage ich sie, wenn man bezahlt, was könnte das denn für Freude sein. Wie sie sehen, habe ich keine Probleme damit über diese Dinge zu reden, die einfach Fakten meines Lebens sind. Vielleicht liegt es daran, dass ein Italiener wie ich 68,4 % Unterstützung geniesst.”
(Quelle)
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Die Liebe, die er den beiden Mikrofonen hübsch synchron zu teil werden lässt, spüren seine Spieler nicht immer. Als Franck Ribéry von der WM-Qualifikation nach München zurückkehrt, begrüßt ihn van Gaal mit den Worten: “Hallo großer Freund, sie haben nur 13 Minuten gespielt. Sie spielen mehr mit mir als mit de Coach von de Nationalmanschaft. Da musste er lachen.”
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…ist seit einiger Zeit ohne Blumfeld musikalisch aktiv und hat als Appetitanreger auf sein neues Album bereits zwei Songs veröffentlicht. “Lass uns Liebe sein” heißt der eine und während man im Video beschwingte Menschen tanzen und Jochen Diestelmeyer (mit Mikro) wippen sieht und gute Laune bekommt, wird einem der Text um die Ohren gehauen:
…und du siehst das Ende nah
Fehler die sich rächen
und deine Lebenslügen warn
dann musst du wissen was du willst
für dein Leben
deine Liebe
für dich selbst.
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Ich wollte nur mein Fahrrad am Alexanderplatz abschliessen – und völlig perplex sehe ich urplötzlich DUB FX vor meiner Nase. Das erste Youtube-Video, das Realität wurde. Ich war (und bin) beeindruckt von diesem Zufall und möchte zum zweiten Mal auf die Beatbox-Kunst von DUB FX hinweisen. Was für eine Show!
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“Ich lebe in einem ständigen Wechsel von Enthusiasmus und Schuldgefühl. Wenn ich arbeite, bin ich sehr enthusiastisch, arbeite ich nicht, fühle ich mich schuldig. Ich habe schon ernsthaft darüber nachgedacht, Kurse zu besuchen, die es mir ermöglichen, einfach nichts zu tun. Ich kann das nicht.”
Moby am 03.12.07 in New York. Interview
Song-Empfehlung: Pale Horses
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Die griffigsten Fomulierungen zu politischen Ereignissen kommen oft von der FDP. Wolfgang Kubicki, Fraktionschef der FDP in Schleswig-Holstein kommentiert die Aufkündigung der großen Koalition und die aktuellen Geschehnisse im schleswig-holsteinischem Landtag so: “Das was in den letzten Tagen hier abgeht ist Kindergarten – das heißt wir würden Kindergärten beleidigen wenn wir so was sagen. Hier sind Menschen am Werk die, glaub ich, völlig abgehoben sind von dem, was die Bevölkerung draußen passiert. Wir haben die größte Wirtschafts- und Finanzkrise und leisten uns hier kostspielige Spielereien.”
Wolfgang Kubicki, FDP (20.Juli, Tagesschau)
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An dieser Stelle ein Buchtipp: Singer und Richard haben sich über “Hirnforschung und Meditation” unterhalten und aus diesem Gespräch ein Buch geformt. Ein schmales Buch – für die Zugfahrt Köln-Berlin genau richtig. Ein Thema ist die Rolle und Funktion des Schlafs in unserem Leben. Er hat die Funktion der Konsolidierung von tagsüber einflatternden Informationen und Eindrücken. Das ist keine neue Beobachung, deckt sie sich doch mit unserem Eindruck, dass die Gedanken einem quer durch den Kopf laufen, sobald man sich abends zur Ruhe begibt. Deshalb brauchen Kinder auch mehr Schlaf als Erwachsene. Der Schlaf ist so wichtig für uns, weil sich das Gehirn dabei ständig umformt, also die Neuschreibung von Informationen vornimmt. Dazu braucht das Gehirn Zeit und Ruhe. Ein Grund mehr, Schlafentzug als Foltermethode schätzen zu lernen. Ich gehe davon aus, dass Leute, die situationsbedingt wenig schlafen können, das Wichtigste zuerst konsolidieren oder in der Anfangsphase des Schlafes nur in groben Zügen Bilder und Gedanken ordnen können. Bei längerer Überforderung / Schlafentzug setzt dann die Intuition ein.
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Der SH-Ministerpäsident Carstensen wirkt wie ein Kumpel-Politiker. Ein Schulterklopfen als Unterschrift. Ich habe ihn bei einem persönlichem Gespräch vor 3 Jahren kennengelernt. Mein Eindruck: Da liebt jemand seine Heimat und kämpft für sie bis zum Umfallen. Er vertritt mit Genuss sein Land. Diesen Eindruck hatte ich wieder, als er vor wenigen Tagen bei einem ZDF-Spezial zur Regierungskrise in Schleswig-Holstein interviewt wurde. Eine Liveschaltung aus Strande (bei Kiel) und im Hintergrund die Ostsee mit hundert Segelbooten. Das hatte Atmosphäre und ich fühlte meine Heimat gut vertreten. Schade, dass die Landespolitik aus Kiel nur von sich reden macht, wenn es sich um große Abgänge handelt: Barschel ertrunken, Engholm abgesprungen, Simonis politisch ermordet … ganz schön blutrünstig für ein Bundesland, das einen so symphatischen Zungenschlag hat. Ich wünsche Carstensen alles Beste und einen guten Abgang in 4 oder 8 Jahren. Auch wenn er mit der Zahlung an den Vorstandschef der HSH Nordbank einen Fehler gemacht hat, für den er die Verantwortung tragen muss. Denn es geht auch anders im Norden: Gerhard Stoltenberg, Kai-Uwe von Hassel oder Norbert Gansel haben beim Absprung sauber abgerollt.
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Ich hoffe, die frisch getrennete Marie Bäumer hat den Satz nicht wirklich genauso gesagt, wie er abgedruckt wurde. Zu ihrer Trennung sagt sie in der Frauenzeitschrift ‘Emotion’: “Seit langer Zeit bin ich zum ersten Mal in einer Lebensphase, in der ich mich frage: Wie sortiert man sich neu?”
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der Tag des Aufbruchs
kommt nicht -
die logische Schlußfolgerung
warum nicht früher
heute ist auch kein besonderer Tag -
wie Pudding,
versteinert
unklar wenn Richtung fehlt
Jener Tag, vor dem du zurückschreckst,
ist der Geburtstag der Ewigkeit.
[MB im Juni 08]
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[...] Sie finden nie eine lustige Zeichnung im Leben. Man muss sie immer erfinden. Manchmal ist es Folter. Man scheitert, scheitert, scheitert, setzt neu an, neu an, neu an … Die Arbeit macht mir nur selten Spaß. Es ist zum Verzweifeln.
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… ist Chefredakteur der SZ-Online und ehemaliger Ressortleiter der Medien-Seite in der Printausgabe. Er gehört zu den wenigen Journalisten, die kritisch über die Arbeit der eigenen Kollegen berichtet.
In der SZ vom Dienstag schreibt er über den Verleger Heinz Bauer, der in dieser Woche dem Spiegel ein Interview gegeben hat. Heinz Bauer gilt als absolut Pressescheu. Das wirft die Frage auf, warum er gerade zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich spricht. Hans-Jürgen Jakobs legt uns Lesern eine Vermutung nahe, wie es zu diesem Interview gekommen ist: „Eine schrecklich nette Familie.[...] So hieß eine fertige Spiegel-Geschichte, die am 27. Mai, kurz vor Redaktionsschluss der Pfingst-Ausgabe, aus dem Heft flog. Es soll an diesem Tag ein Telefonat zwischen Bauer-Sprecher Andreas Fritzenkötter und Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo gegeben haben, in dem ein Exklusiv-Interview fixiert wurde. Immerhin befragte die Autorin zusammen mit Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron den chronisch pressescheuen Verleger.“
In der Printausgabe der SZ erschien der Artikel ebenfalls. Dort ist der gleiche zitierte Absatz noch um einen scharfen Satz reicher: “…fixiert worden sein. Als Gegenleistung für die ausgefallene Familiensaga? Immerhin befragte die Autorin …”
Ebenfalls ganz leicht geändert ist folgender Satz:
ONLINE: Es soll an diesem Tag ein Telefonat zwischen Bauer-Sprecher Andreas Fritzenkötter und Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo gegeben haben.
PRINT: An jenem Tag telefonierten Bauer-Sprecher Andreas Fritzenkötter und Spiegel-Chef Georg Mascolo.
Zukünftige Leser, die sich für das Thema interessieren, werden zum allergrößten Teil auf den Online-Artikel zugreifen. Schade. Verschiedene Gründe für diese „Entschärfung“ liegen nahe: Hans-Jürgen Jakobs hat bei der Überarbeitung des Artikels selbst entschieden, den Text zu verändern, weil er sich unsicher fühlte das Telefonat als Fakt darzustellen, ob nun aus Rücksicht auf die ehemaligen Kollegen beim Spiegel oder aufgrund eines Vertrauensverlustes zu seiner Quelle. Vielleicht müssen die Online Artikel auch einfach kürzer gehalten werden. Oder es gab die Bitte an Jakobs, ein klein wenig das Feuer aus dem Artikel zu nehmen. Von SZ-, Spiegel- oder Bauer-Seite.
Ungeachtet dessen, ist der gesamte Artikel (Online UND Print) sehr kritisch gegenüber dem Bauer-Verlag und holt damit die nie veröffentlichte Spiegel-Story in Ansätzen nach. Eine Veröffentlichung im Spiegel hätte trotzdem zu einem lauteren Knall geführt, denn die kritischen Punkte, die dort scheinbar angesprochen werden sollten, sind im hohen Maße erwähnenswert – kein Mega-Skandal, aber eben doch erwähnenswert. Hier die zwei Beispiele aus dem SZ-Artikel: Bauer-Tochter Mirja leitet das Blatt „Life & Style“ als Herausgeberin. Ein Mitarbeiter hat beim Amt für Arbeitsschutz Anzeige erstattet. Oft wurde dort bis Mitternacht gearbeitet. Jakobs schreibt dazu: „Der Betriebsrat hatte gut zu tun. Eine Fotoredakteurin sprach von “Angstregime” und “modernem Sklaventum”. Zum anderen gibt es deutliche Worte zur ‘Hire & Fire’-Politik des Verlages: „Reihenweise verschliss das Unternehmen in den letzten Monaten Top-Mitarbeiter, darunter den journalistischen Vorstand Thomas Schneider.“
Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass die Chefin des Konzernbetriebsrates Kerstin Artus seit 25 Jahren in dem Unternehmen arbeitet und noch nie von Heinz Bauer empfangen wurde. „”Ich wüsste auch nicht, worüber ich mit ihr ein konstruktives Gespräch führen sollte.” sagte er dazu.
Ich empfehle den ganzen Artikel. Denn wer sich für Medien und seine Mechanismen interessiert, der ist nach diesem Artikel schlauer als vorher – Dank Hans-Jürgen Jakobs.
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Zuhaus leb´ ich recht selbstbezogen
und brauche deshalb keine Drogen.
Doch geh ich aus und will charmant sein
dann fass ich Mut und etwas Brandwein.
[Matthias Beltz 1945 - 2002]
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… ist einer der besten Kabarettisten in Deutschland. Sein Programm “Streng vertraulich” ist mir besonders gut im Ohr. Obwohl ich ihn verehre und er mit seinen Auftritten nicht die Absicht versprüht sich dem Pop zuzuwenden, frage ich mich, warum er nicht um einiges bekannter (auch: beliebter) im deutschsprachigen Raum ist. Ich würde es mir wünschen.
Sein Programm kann ich endlos hören. Grund ist meine Vergesslichkeit, seine hohe Pointendichte und die Fähigkeit Arschbacken und Kuchenbacken miteinander zu verknüpfen. Seine Assoziationen sind wendig und schnell, damit er über seine Lieblingsthemen sprechen kann: Bildzeitung, 11. September, amerikanische Außenpolitik, Afghanistan, Geheimdienste, Merkel, leichte Hitler-Imitation, Filme, lustige Schiffsnamen der Bundeswehr oder englische Satzfetzen etc.
Sein Performance-Stil ist das freie Vorlesen des inneren Textes, den er sich vorher genau zurechtgelegt hat. Zur Sicherheit liegt sein Manuskript auf einem kleinem Tisch neben ihm auf der Bühne. Auf diese Weise geht ihm keine Kleinigkeit verloren. Wer als Zuhörer mal kurz seinem eigenen Gedanken nachgeht, der verpasst den Anschlusszug zur nächsten Assoziationskette. Wo kommt der jetzt her? Was war der Anknüpfungspunkt? Wie kommt er jetzt darauf? Er erzählt keine Geschichten, sondern folgt seinen Themen und den Aussagen, die er treffen möchte. Er geht einen Korridor entlang und öffnet jede kleine Tür um einen Ausflug zu machen. Ist er am Ende des Korridors angekommen, ist man zwar nirgends angekommen, doch man kennt jetzt das ganze Hotel. Im Programm “Streng vertraulich” hat er eine Geschichte, die er immer wieder aufgreift um dem Zuschauer einen roten Faden zu bieten. Lederhütchen. Doch ich spüre, die Geschichte ist künstlich gesplittet um einen vermeintlichen Faden zu legen. Klingt nach Kopf-Athlet. Jede Kleinigkeit ist stimmig in seinem Programm, ein Reiseziel bleibt mir Deutschmann jedoch schuldig. Mit purer Absicht bindet er seine Gags nicht in Alltagsszenen oder Situationen ein um den Märchenonkel zu vermeiden und damit dem politischem Kabarett treu zu bleiben. So zumindest lautet meine Unterstellung.
Er spricht auf diese Art zum Publikum, leider spricht er nicht MIT ihnen. Obwohl er textsicher ist. Er verbietet sich die Improvisation seines eigenen Textes – obwohl er wach genug ist, es zu tun und er Abweichungen genießen kann. So geschehen beispielsweise bei der Aufzeichnung seines Programms “Reise nach Jerusalem” für 3Sat. Ein Zwischenrufer hat ihm die Pointe vorweggenommen, Deutschmann reagiert darauf mit Gelassenheit und wiederholt sogar den Zwischenruf. Auch in Interviews überzeugt mich Deutschmann mit klugen Sätzen; auch wenn ein paar mehr „Ähs“ und „Hmms“ darin vorkommen, schmälert es nicht den Genuss, ihm zuzuhören.
Für mich ist er – wenn er seiner Art treu bleibt – zwischen zwei Welten gefangen. Entbindet er sich von der Lust am (ständig) exakten Formulieren, könnte ich gefallen daran finden, ihm zuzuhören, wenn er im Dialog mit einem anderen Gesprächspartner über Politik bei einem Glas Rotwein plaudert. Gut informiert – aber plaudernd. Oder er schlägt die entgegengesetzte Richtung ein: Deutschmann geht in die Vollen beim Vortragen seines Textes, indem er ihn auf der Bühne „lebt“. Ein bis ins Detail geplantes Schauspiel. Jeden Abend muss er den Text neu erleben und verzichtet auf das Sicherheitsmanuskript. Auf diese Weise nimmt er Abstand vom geschriebenen Wort. Damit wendet er sich innerlich stärker dem Zuschauer zu, der ihm gegenüber sitzt. Leider kann ich den Effekt, den das haben wird nicht genau beschreiben. Aber sehen würde ich es gerne – noch lieber wäre ich live dabei!
[ Live-Mitschnitt: 3 Sat | Tourdaten: Homepage]
[Zur Zeit ist Deutschmann auf Tour: unbedingt hingehen !]
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Der Berliner Wort-Künstler David Grünens verteilt seine Lyrik auf Zetteln in Cafés und lässt sie dort liegen. Beim Schawarma liest man es dann, anstatt in die Speisekarte zu starren. Ein Text von ihm gefiel mir. Vermutlich wegen des spektakulären Doppelpunkts am Anfang einer Zeile … und ohne ihn zu fragen, gebe ich den Text jetzt einfach weiter – so hab ich seine Vertriebsform jedenfalls verstanden …
Der Moment splittet sich in 1000 Teile
dehnt sich
mit aller macht und disziplin krempelt er dich um.
: ich bin der Knall
mit freier Auswahl im Leben
eine Jacke, die früher mal gepasst hat.
ist es unabwendbar, dann
ist es leicht, denn
es passiert
und zeigt dir einen Vogel
die Lichtung als Weite
ist Erholung
nicht Heilung
Nur Aufenthalt
nicht Ziel
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Beim Aufräumen hat meine Mutter ein Deutschheft aus der 4. Klasse von mir gefunden. Sie hat es mir zum Geburtstag geschenkt. Sie findet, diese Aufsätze und Geschichten sollten nicht verloren gehen und meine Kinder werden bestimmt mal Spaß daran haben, so etwas von ihrem Vater zu sehen. Nun gut. Ich habe gestaunt beim Lesen, konnte mich aber beim besten Willen an keinen Aufsatz mehr erinnern. Meine Lieblingsgeschichte möchte ich hier vorstellen. Wie die Aufgabenstellung gewesen sein muss, kann ich nicht mehr sagen, doch offenbar hatte ich für diesen Aufsatz nur eine Schulstunde lang Zeit. Scheinbar zu wenig!
“Der Vogel landet auf der Sonnenblume. Da muss sich die Blume tief nach unten biegen – so fett ist der Vogel geworden. Komm wieder, wenn du nur noch die Hälfte wiegst. Mir bricht gleich der Stengel! sagte die Sonnenblume. Der Vogel erschrak und lies die Blüte los, vergaß dabei seinen Flügelschlag zu machen und landete mit einem Purzelbaum im Blumenbeet von Frau Dr. Meier, Ärtztin für angewandte Ornitologie. Der Vogel richtete sich wieder auf – Was konnte er tun, um sich für diese Beleidigung zu revanchieren? Er flog rüber zum Maulswurfshügel und bat den Hausherren um einen Gefallen. Lieber Maulwurf, buddel dich durch, bis zur Sonnenblume und kitzel so lange an ihrer Wurzel, bis ihr vor Lachen die Tränen kommen! bat der Vogel den Maulwurf. Nein, entgegnete der Maulwurf, diesen Gefallen werde ich dir nicht tun! Der Vogel lies nicht locker und erzählte von der schwerwiegenden Beleidigung. Das beeindruckte den Maulwurf nicht: Ich habe euer Gespräch dort drüben gehört, sagte er, und ich finde die Sonnenblume hat recht. Jage Würmer, flieg ein paar Runden um den Teich und nimm ein bisschen Gewicht ab. Du bist wirklich zu schwer für einen Vogel deines Alters. Die Sonnenblume hat das Richtige gesagt, nur mit falschen Worten. Wütend und ohne ein Wort zwitscherte der Vogel wieder ab. Der landete auf der Schulter von Frau Dr. Meier. Er erzählte von seinem Gram gegen die Sonnenblume und den Maulwurf und bat sie das Wasser aufzudrehen, um mit dem Gartenschlauch die unterirdischen Gänge des Maulwurfs vollaufen zu lassen. …. Liebe Frau Heise, an dieser Stelle ist leider die Zeit um, um den Aufsatz zuende zu schreiben. Ich kann mich nicht entscheiden, wie die Geschichte weitergehen soll. Leider habe ich keine Zeit mehr nachzudenken. Bitte akzeptieren sie dieses offene Ende!!! Herzliche Grüße, ihr Chris!”
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Der hessische Grünen-Politiker Al-Wazir wird in einem Gespräch mit dem SZ-Magazin gefragt, warum er nicht nach Berlin geht um Bundespolitik zu machen. Er sagt: “Weil ich das meiner Frau und meinen zwei Kindern nach den beiden Hessenwahlen nicht auch noch zumuten wollte.” Die Autorin Evelyn Roll bemerkt aber noch einen anderen Gedanken: “Seine Augen erzählen dann die andere Geschichte: dass hier einer auf den Generationswechsel wartet. Dass Tarek Al-Wazir zu dieser fatalen Schläferkultur von hochtalentierten Menschen in den Dreißigern gehört. In vielen Institutionen dieses Landes nehmen sich diese Hoffnungsträger derzeit zurück, bis sich die amtierenden, zum Nachwuchsfördern erstaunlich unfähigen Fünfzigjährigen endlich ausgetobt und verschlissen haben.”
Karl-Theodor zu Gutenberg, 36, hat da nicht so lange gefackelt. In einer Regierungspartei gibt es schliesslich die besseren Jobs. Der Name Tarek Al-Wazir ist jedoch vorgemerkt. Als Umweltminister unter Kanzlerin Andrea Nahles.
(Quelle)
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Mit Pudding im Gehirn
lässt sich nicht nachdenken
klebrig
Mit Stock im Arsch
lässt sich nicht sitzen
schmerzhaft
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